Worum es geht
Die EU-KI-Verordnung enthält in Artikel 4 eine Vorgabe zur sogenannten KI-Kompetenz. Gemeint ist: Wer KI-Systeme einsetzt, soll dafür sorgen, dass die Personen, die damit arbeiten, ausreichend Kenntnisse haben. Das kann auch kleine Firmen betreffen, sobald Mitarbeiter KI-Werkzeuge im Beruf nutzen.
Wichtig: Dies ist keine Rechtsberatung. Prüfe deinen eigenen Fall. Wie deine Pflichten im Einzelfall aussehen, klärt im Zweifel eine Fachperson oder deine Kammer.
Was die Regel nicht festlegt
Nach unserem Verständnis schreibt sie kein bestimmtes Zertifikat und keine feste Stundenzahl vor. Gefordert ist ein angemessenes Niveau, abhängig davon, wer womit arbeitet. Wer nur gelegentlich E-Mail-Entwürfe mit einem Chatprogramm schreibt, braucht anderes Wissen als jemand, der mit KI Bewerbungen vorsortiert.
Eine einzelne Schulung deckt nicht automatisch alles ab. Es geht darum, vernünftig vorzusorgen und das nachvollziehbar festzuhalten.
Was dein Team wissen sollte
- Was KI kann und was nicht. Sprachmodelle klingen überzeugend, erfinden aber manchmal Fakten. Ergebnisse müssen geprüft werden.
- Welche Daten eingegeben werden dürfen. Kundendaten, Gesundheitsdaten und Zugangsdaten gehören in der Regel nicht in öffentliche Chatdienste.
- Wann Rücksprache nötig ist, etwa bei Entscheidungen über Personen.
- Wo es Regeln im Haus gibt und wer Ansprechperson ist.
Ein pragmatischer Ablauf
- Bestandsaufnahme: Welche KI-Werkzeuge nutzt wer wofür? Oft sind es mehr, als man denkt.
- Kurze Hausregeln aufschreiben. Eine Seite reicht.
- Eine Einführung für alle Beteiligten, möglichst mit Beispielen aus dem eigenen Alltag.
- Kurz dokumentieren, wer wann geschult wurde.
- Einmal im Jahr prüfen, ob sich etwas geändert hat.
Wie wir helfen können
Bei Promtano bieten wir eine KI-Schulung für dein Team an (390 €) und helfen auf Wunsch bei einer einfachen KI-Richtlinie. Mehr dazu findest du auf unserer Angebotsseite. Wir versprechen nicht, dass du danach rechtlich auf der sicheren Seite bist. Wir sorgen dafür, dass dein Team versteht, was es tut, und dass du etwas Nachvollziehbares in der Hand hast.
Unsere Angebote richten sich an Unternehmen, Selbstständige und Vereine, nicht an Privatpersonen.
Typische Fehler
- Alles verbieten: Dann nutzen Mitarbeiter KI heimlich auf privaten Geräten.
- Alles erlauben: Dann wandern Daten unkontrolliert zu Anbietern.
- Einmal schulen und vergessen: Werkzeuge ändern sich schnell.
Besser ist ein klarer, einfacher Rahmen, der gelebt wird.
Fragen, die häufig auftauchen
Gilt das auch für Einzelunternehmer ohne Mitarbeiter? Die Regel richtet sich an Betreiber von KI-Systemen und deren Personal. Ob und wie sie dich als Einzelperson betrifft, hängt vom Einsatz ab. Im Zweifel lass das fachlich prüfen. Ein Mindestmaß an Wissen ist ohnehin sinnvoll.
Reicht ein Video? Eine Schulung kann in vielen Formen stattfinden. Entscheidend ist, dass sie zum tatsächlichen Einsatz passt und dass die Teilnehmer Gelegenheit haben, Fragen zu stellen.
Was ist mit Strafen? Dazu machen wir hier keine Aussagen. Informiere dich bei deiner Kammer oder einer Rechtsberatung über den aktuellen Stand.
Checkliste für den ersten Schritt
- Schreib auf, welche KI-Werkzeuge im Betrieb genutzt werden, auch private Konten, die Mitarbeiter für die Arbeit verwenden.
- Lege fest, welche Daten tabu sind.
- Bestimme eine Ansprechperson.
- Plane einen Termin für eine kurze Einweisung.
- Notiere Datum und Teilnehmer.
Diese fünf Punkte dauern zusammen oft nur einen Nachmittag und sind ein solider Anfang, ganz unabhängig davon, ob du später eine externe Schulung buchst.
Halte die Unterlagen schlicht. Ein einseitiges Dokument, das gelesen wird, ist besser als ein Ordner, den niemand öffnet.
Warum es sich auch ohne Vorgabe lohnt
Auch ohne Vorgabe spricht viel für ein Grundwissen im Team: weniger Fehler durch ungeprüfte Ergebnisse, weniger Risiko bei Daten und mehr Sicherheit im Umgang mit den Werkzeugen. Mitarbeiter, die verstehen, was KI kann, nutzen sie gezielter und sind weniger verunsichert.
Beginne mit den Personen, die KI bereits häufig nutzen, und erweitere den Kreis nach und nach.
Fazit
KI-Kompetenz klingt nach Bürokratie, ist aber im Kern gesunder Menschenverstand: wissen, was man tut, prüfen, was herauskommt, und keine sensiblen Daten achtlos weitergeben. Beginne klein und halte fest, was du getan hast.
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